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Birgit Fehst Beziehungen und andere Herzensangelegenheiten
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Bewusste Trennung

Gwyneth Paltrow hat den Begriff „Conscious Uncoupling“ bekannt gemacht. Gerade Paare mit Kindern können sich nicht einfach auf Nimmerwiedersehen sagen. Sie werden für den Rest ihres Lebens miteinander verbunden bleiben. Und hier macht es wirklich Sinn, die Beziehung so zu beenden, dass es nicht im Rosenkrieg endet. Eine Trennung ist immer unschön, daran wird sich nichts ändern. Den Trennungsschmerz kann man nicht verhindern. Trauer ist für das Gehirn notwendig, um abschließen zu können. Aber es muss nicht zum Debakel für die Kinder werden, die später dann in ihren eigenen Beziehungen noch die Nachwirkungen spüren. Deshalb möchte ich hier in dem Blog auch den Fokus auf den Umgang mit den Kindern legen, denn das ist das Hauptanliegen vieler Paare, die zu mir in die Praxis kommen und die sich bereits für eine Trennung oder Scheidung entschlossen haben. 

Consious Uncoupling

Der Begriff wurde von Katherine Woodward Thomas geprägt. Interessanterweise begann sie mit einem Programm, wie man den Traumpartner anzieht. Sie berichtete, wie sie es geschafft hat und so kurz vor knapp auch noch ein Kind mit ihm bekam. Der Mann ihres Lebens war ihr Soulmate und ein Traum. Und jetzt kommt das Aber mit großem A: Die Ehe ging in die Brüche. Und so entwickelte sie ein neues Programm- wie man sich vernünftig trennt (!). Ihr Exmann und sie sind nun die besten Freunde und beide haben neue Partner. 

Warum ist es also sinnvoll, sich so zu trennen, dass das böse Blut auf ein Minimum beschränkt wird: zum Einen, weil man dann besser daraus lernen kann und statt traumatisiert niemanden mehr zu vertrauen und dem Gelernten Konsequenzen ziehen kann, um es beim nächsten mal besser zu machen. Und zum Anderen, weil dann auch die Kinder weniger darunter leiden müssen. 

Zusammenbleiben für die Kinder?

Es gibt viele Paare, die genau das tun- wegen der Kinder in der Beziehung bleiben. Ich hatte sogar mal einen Fall, wo die Frau meinte, eine Trennung könnten sie unmöglich den Kindern antun und auf Nachfrage bekam ich die Information, dass die Kinder beide über 30 seien und sogar in anderen Ländern lebten. Hier ist das Argument ein schwaches. Aber es ist in manchen Fällen durchaus legitim. Denn Paare möchten aus unterschiedlichsten Gründen zusammenbleiben, die nichts mit Liebe zu tun haben, und Kinder ist einer davon. Nur sollte man dann trotz alledem ein harmonisches Miteinander haben, denn sonst haben die Kinder davon nichts. Sondern ganz im Gegenteil- Sie sind ihnen auch noch ein Vorbild für „komme was wolle, Du darfst Dich wegen der Kinder niemals trennen!“. Und Sie wollen ja nicht, dass Ihre Kinder das später nachmachen, oder? Ist das Zusammenleben also von Streit oder Schweigen, von Lieblosigkeit oder Missgunst geprägt, macht es mehr Sinn, einen guten Trennungsprozess zu durchlaufen. Oder auch eine Trennung auf Zeit als Kompromiss anzustreben. Denn oft merkt man erst dann, dass man den anderen doch vermisst. Diese Trennung auf Zeit sollte dann aber genutzt werden, um die gemeinsame Zeit aufzuarbeiten und eine mögliche weitere Zukunft zu besprechen. 

Wie sage ich es den Kindern?

Es macht Sinn, sich mit den Kindern hinzusetzen und altersgerecht darüber zu sprechen, dass Mami und Papi sich trennen werden. Dabei sind folgende Dinge wichtig:

1. Mama und Papa sind zwar getrennt, aber beide sind jederzeit für sie da

Es ist ganz schlimm, wenn die Kinder das Gefühl haben, sie müssten sich für einen entscheiden. Das sollte kein Kind müssen. Sie sollten beide gleich jederzeit kontaktieren dürfen. 

2. Sie sind nicht schuld 

Es ist oft so, dass Erwachsene beschließen, dass sie nicht mehr zusammenleben wollen. Das hat mit den Kindern überhaupt nichts zu tun. 

3. Es ist okay, traurig zu sein

Sowohl die Kinder als auch die Erwachsenen dürfen auch mal weinen, das ist voll okay und das sollten die Kinder auch wissen. Sie dürfen nur nicht als Freundesersatz zum Reden missbraucht werden. Die Einzelheiten gehen sie nichts an. Und Sie müssen für die Kinder da sein, nicht umgekehrt!

4. Sie werden sich um alles kümmern

Es wird alles gut werden, sie kümmern sich um die Situation, sie sorgen dafür, dass alles für die Kinder okay sein wird. 

5. Vieles wird so bleiben, wie es ist

Sorgen Sie dafür, dass so viele Konstanten wie möglich für die Kinder da sind wie zum Beispiel die Wohnung, die Schule, die Freunde, etc.. Das gibt Sicherheit. 

Viele können sich nicht vorstellen, nach dem Beenden einer Beziehung Freunde zu werden. Zu groß ist der Trennungsschmerz und Liebeskummer. Aber wenn beide das möchten, ist es möglich. Kommunizieren Sie, sprechen Sie miteinander, was gefehlt hat und was die Wünsche für das weitere Leben ist. Und was Sie vom Anderen erwarten. Jetzt und in der Zukunft. Was der Andere lassen soll, jetzt und in der Zukunft. Und dann kann aus einer Ex-Beziehung über die Zeit eine wunderbare Freundschaft erwachsen. Wenn Sie möchten, lassen Sie sich dabei unterstützen. Denn alleine ist das schwieriger als mit dem neutralen Blick und der Hilfestellung von außen. Und dabei ist es egal, ob Sie Kinder haben oder nicht. Allein Ihr Wunsch zählt…

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